Daten mit Creo und Windchill verwalten

Anwenderbericht

Firma: Rennsteig Werkzeuge GmbH

Themen: Konstruktion & Entwicklung, Produktdaten­manage­ment (PDM/PLM), Tools & Erweiterungen, 3D-Rendering

Branche: Maschinenbau

Erschienen in:

maschine+werkzeug 02|2017

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PDM - Die Produkte der Rennsteig Werkzeuge GmbH sind immer komplizierter geworden: von Meißeln über Stemmeisen zu komplexen Crimpzangen. Entsprechend komplex ist die Entwicklungsumgebung auf Basis von ›PTC Creo‹ und ›Windchill‹ von INNEO.

Der Rennsteig ist ein 170 Kilometer langer Höhenwanderweg, der die fränkischen Gebiete Südthüringens vom thüringisch-obersächsisch geprägten Thüringen trennt. Rennsteig ist aber auch der Name eines Werkzeugherstellers aus Viernau nahe dieses Höhenwegs.

Die Rennsteig Werkzeuge GmbH entwickelt und fertigt seit Jahrzehnten eine breite Palette an Handwerkzeugen, die in den 80er-Jahren um Elektrowerkzeuge ergänzt wurde. Nach der Wende und der Ausgründung der Rennsteig Werkzeuge GmbH aus der ehemaligen VEB Handwerkzeuge wurde die Crimptechnik wichtiger. Heute entwickelt Rennsteig Zangen, mit denen sich sehr komplexe Verbindungen schaffen lassen. So werden bei Lichtwellenleiterkabeln in einem Schritt die Isolierungen entfernt, der eigentliche Lichtleiter geschnitten und der passende Stecker aufgecrimpt. Größere Zangen werden teils mit elektrohydraulischen Antrieben ausgestattet. Zudem werden kleine elektrische und pneumatische Maschinen gefertigt, an denen sich Verbindungen erzeugen lassen, die hohen Kraftaufwand erfordern.

An den beiden Standorten in Viernau, wo heute Verwaltung und Konstruktion untergebracht sind, und Altersbach arbeiten etwa 250Mitarbeiter. Seit 1991 ist Rennsteig eine Tochter des bekannten Zangenherstellers Knipex. Seit kurzem ist das Unternehmen als Zulieferer für die Luftfahrtindustrie zertifiziert, so hat Rennsteig beispielsweise in Zusammenarbeit mit Airbus Servicezangen für den A380 entwickelt. Aus dem umfangreichen Standardangebot entstehen immer wieder kundenspezifische Lösungen, oft in Zusammenarbeit mit dem Entwickler einer Verbindungstechnik.

„Unsere Produkte sind über die Jahre immer komplexer geworden“, sagt EDV-Leiter Uwe Lichtenheld. „Und unsere Entwicklungswerkzeuge mussten entsprechend mitwachsen.“ Eine komplexe Handzange kann aus 100Einzelteilen bestehen, die auf kleinstem Raum ineinandergreifen und funktionieren müssen. Das war mit dem 2D-System nicht mehr möglich und so begann Uwe Lichtenheld mit seinen Kollegen im Jahr2001, einen 3D-Nachfolger für das 2D-CAD-System zu suchen.
In der Auswahlphase wurden drei Systeme genauer betrachtet. Letztendlich hat sich ›PTC Creo‹, damals noch unter dem Namen ›Pro/Engineer‹, durchgesetzt. Vor allem die effiziente Arbeit mit Einzelteilen und Baugruppen unterscheidet das System von den Konkurrenzprodukten. Zudem stechen die Verbreitung und die Integrationsmöglichkeiten in die Systeme bei Rennsteig, beispielsweise zum CAM-Bereich, hervor.

Gleichzeitig suchte Rennsteig einen Partner, der die zukünftige 3D-CAD-Installation betreuen sollte und fand INNEO aus Ellwangen mit Leipziger Niederlassung, die langjährige Erfahrungen mit den Produkten vorweisen konnten. Nach Schulung und Installation arbeiten die Rennsteig-Konstrukteure heute auf acht Creo-Arbeitsplätzen, ein weiterer Arbeitsplatz ist im Werkzeugbau installiert.

Daten für CAM-System

Rennsteig fertigt die Werkzeuge für Spritzgussteile wie die Zangengriffe selbst und lässt dann seine Zulieferer mit diesen Formen produzieren. Deshalb spielt die Übergabe von Daten an die CAM-Systeme ›Hypermill‹ für Fräsen und Drehen sowie ›Peps‹ für das Drahterodieren eine wichtige Rolle im Produktprozess.

Lange arbeitete das Unternehmen ohne Datenverwaltung, bis die wachsende Entwicklungsmannschaft und die wachsende Varianz der Produkte den Einsatz eines PDM-Systems notwendig machten. Bis dahin arbeitete man bei Rennsteig in einer ausgefeilten Verzeichnishierarchie, die aber zwei Probleme hatte: Es war schwierig, Varianten und Revisionen zu dokumentieren. Und die Zusammenarbeit mehrerer Mitarbeiten an einem Produkt war aufwendig zu organisieren.

Auch hier standen zunächst mehrere Systeme zur Auswahl; schließlich entschied sich Rennsteig auch hier für ein PTC-Produkt und installierte in Zusammenarbeit mit INNEO ›Windchill PDMLink‹. Entscheidend für Lichtenheld und sein Team war zum einen die gute Integration in Creo, zum anderen die gute Unterstützung von Workflows und schließlich die Möglichkeit, das PDM-System an das ERP-System ›SAP‹ anzuschließen.

In der Projektphase der PDM-Einführung arbeiteten Vertreter von Konstruktion und Entwicklung mit Lichtenheld und einem INNEO-Mitarbeiter zusammen, um die Strukturen von Windchill an die Anforderungen von Rennsteig anzupassen. Dabei ging es vor allem um Workflows für Freigabe sowie Änderungsvorgänge.

„Unsere Prozesse ließen sich einfach gut abbilden in Windchill“, sagt Lichtenheld. Wird beispielsweise eine Zeichnungsänderung beantragt, bekommen erst die Mitarbeiter der Abteilungen Forschung und Entwicklung, Arbeitsvorbereitung sowie Entwicklung eine Nachricht. Diese teilen dann ihre Meinung mit und ob die Änderung sinnvoll ist. Danach geht die Nachricht weiter an den Produktmanager, der entscheidet, ob sie tatsächlich ausgeführt wird. „Jeder Beteiligte wird informiert und es lässt sich jederzeit nachvollziehen, wann wer zugestimmt hat. Zudem können Notizen hinterlassen und Entscheidungen begründet werden“, ergänzt er.
Auch bei Revisionen und Varianten punktet Windchill. Oft müssen nur die Backen einer Zange geändert werden, um ein neues Modell für eine andere Crimpung zu erzeugen. Solche Varianten lassen sich in Windchill per Knopfdruck erstellen.

Beim parallelen Arbeiten an einem Produkt sorgt das PDM-System dafür, dass kein Anwender die Arbeit seines Kollegen überschreibt. „Wir wollen in der Fertigung papierlos werden“, erklärt Lichtenheld. „Dafür setzen wir die ›GENIUS TOOLS WTA‹ von INNEO ein. Damit ist es möglich, beim Einchecken eines Teils mehr als ein Neutralformat zu erzeugen.“

Bei Zeichnungen braucht der Mitarbeiter eine HPGL-Datei, um darin messen zu können und parallel dazu ein PDF, das der Fertigungsmitarbeiter am Tablet-PC betrachten kann. Bei Rennsteig haben inzwischen die Meister und Vorarbeiter einen PDM-Zugang, so dass sie sich Zeichnungen selbst aus dem System holen können.

Große Erleichterung

„Wir haben in der Montage Tablets, auf denen die Mitarbeiter PDF-Zeichnungen der Zangen anschauen können. Das ist eine große Erleichterung“, sagt Lichtenheld. War früher ein Montagevorgang nicht klar, kam der Vorarbeiter in die Konstruktion und ließ sich dort Schnitte und Ansichten ausdrucken. „Das verursachte dort viel Unruhe“, betont er.

Auch die ›Startup TOOLS‹ von INNEO sind bei Rennsteig im Einsatz. Diese Toolsammlung stellt sicher, dass Creo an allen Arbeitsplätzen immer in der richtigen Konfiguration gestartet wird. Der Manager-Parameter sorgt dafür, dass Metadaten wie Gewicht oder Material aus Creo-Dateien ausgelesen und im Windchill-Datensatz eingetragen werden.

Zudem wird das von INNEO vertriebene Renderprogramm ›KeyShot‹ genutzt, um für Kunden und Vertrieb fotorealistische Bilder zu erstellen. Auch bei Präsentationen für die eigene Geschäftsleitung nutzen die Konstrukteure die einfach bedienbare Software für überzeugende Visualisierungen.

„Mit INNEO arbeiten wir sehr eng zusammen“, sagt Lichtenheld, „Die Mitarbeiter dort wissen, wie eine Konstruktion abläuft, und können sich in unsere Abläufe hineindenken.“ Einmal im Jahr werden Schulungen abgehalten, um die Konstrukteure auf dem neuesten Stand zu halten.

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