Soziologen sagen, unser Leben finde an drei Orten statt: im behüteten Zuhause („First Place“), am funktional gestalteten Arbeitsplatz („Second Place“) und am Ort des Vergnügens („Third Place“). Und Sedus Stoll sagt: „Ein Place 2.5 ist ein perfekter Second Place, der sich wie ein Third Place anfühlt.“ Was wie ein gewöhnlicher Marketingspruch daherkommt, ist Ausdruck einer sehr ausgeklügelten Inszenierung von Themen rund um Büromöbel. Dies wird im Gespräch mit Entwicklungsleiter Klaus-Peter Grasse am neu errichteten Entwicklungs- und Innovationszentrum (EIC) in Dogern, einen kräftigen Steinwurf vom Firmensitz in Waldshut (Region Südschwarzwald) entfernt, schnell deutlich.
Sedus Stoll beansprucht, der Erfinder des Bürostuhls zu sein: Genau hundert Jahre ist es her, dass man den Federdrehstuhl mit vier Beinen auf den Markt brachte. Bereits damals wies die Sitzfläche eine Kontur auf, die dem Gesäß nachempfunden war. Denn nicht nur hohe Qualität, etwa in Hinsicht auf Haltbarkeit, sondern auch die konsequente Berücksichtigung von Ergonomie gehörte zu seiner Zeit und gehört noch heute zu den Alleinstellungsmerkmalen des Unternehmens.
Mag sich am Funktionsumfang der Bürostühle bis heute nicht viel geändert haben, der Unterschied bei den verwendeten Materialien ist offenkundig. Der moderne Bürostuhl verfügt über glasfaserverstärkten Kunststoff für die Stützstruktur, umhüllt mit Kunststoffschaum für die Rückenlehne und Sitzfläche. Dass die heutigen Bürostuhle Hightech-Produkte sind, belegen auch die sonst noch zum Einsatz kommenden Materialien: Aluminiumdruckguss, glasfaserverstärkte Polyamide, Holz, Edelstahl sowie hochwertige Bezugsstoffe bis hin zu Leder. In einem Highend-Drehstuhl sorgen rund 120 Einzelteile dafür, dass bis zu 14 Einstellmöglichkeiten umgesetzt werden.