Kleinste Kunststoffteile in höchster Präzision und zweistelligen Millionenstückzahlen zu fertigen ist eine Kunst – und die forteq AG in Nidau (CH) beherrscht diese Kunst. Nicht wegzudenken sind dabei die CAD-Werkzeuge auf Basis von Creo Elements/Pro (vormals Pro/ENGINEER) und die von INNEO vertriebene Toleranzanalysesoftware.
Die 2006 entstandene forteq AG ist ein Spinoff des Sondermaschinenbauers Mikron. Dessen ehemaliger Verzahnungstechnikbereich hatte sich mit den Jahren vom Bau von Maschinen für Metallzahnräder zu einem Spezialisten für die Herstellung von Kunststoffzahnrädern entwickelt. Letztere werden gerade im Automobilbau in grosser Zahl eingesetzt, da hier die Laufruhe und das geringe Gewicht der Kunststoffzahnräder besonders vorteilhaft sind. Die Zahnräder können handflächengross sein wie im Antrieb des Scheibenwischers, aber auch extrem klein, beispielsweise im Auswurf des CD-Wechslers. Auch im Medizintechnikbereich sind sehr kleine Zahnräder an vielen Stellen zu finden.
An acht Standorten in der Schweiz, in Italien, Tschechien und den Niederlanden sowie in Grossbritannien, den USA und China entwickelt und fertigt forteq Produkte für ihre Kunden. Im Medicalbereich sind etwa 120 Mitarbeiter beschäftigt, davon rund 10 Personen in der Produkt- sowie 8 in der Prozessentwicklung. Die Trennung der beiden Entwicklungsabteilungen erklärt Entwicklungsleiter Beat Schiegg so: "Die Prozessentwickler denken in Kategorien wie Durchsatz und Effizienz der Fertigung, während in der Produktentwicklung die Funktion im Vordergrund steht. Das ist ein grosser Unterschied in der Herangehensweise."
Die Kundenkreise Automobilbau und Medizintechnik haben verschiedene Ähnlichkeiten: So geht es in beiden Bereichen darum, Produkte zu Beginn möglichst optimal zu entwickeln und dann für längere Zeit möglichst unverändert in grossen Stückzahlen zu fertigen. Gerade im Pharmabereich mit seinen extrem teuren und langwierigen Zulassungsprozeduren ist es wichtig, schon zur Erstzulassung ein optimales Produkt präsentieren zu können, denn spätere Änderungen können eine Neuzulassung erfordern.